Rückenschmerz

Mehr als 80% der Bevölkerung leiden mindestens einmal im Laufe ihres Lebens an Rückenschmerzen. Im Zeitraum größter beruflicher und familiärer Belastungen zwischen 30 und 50 Jahren ist in den letzten Jahren eine dramatische Häufung der Krankheitsfälle zu beobachten.




Dabei zählen Rückenleiden (ICD10 M40-M54) laut Sachverständigengutachten für die konzertierte Aktion im Gesundheitswesen 2000/2001 in Deutschland zu den häufigsten Beschwerdebildern in der Bevölkerung.



Drei Tatsachen machen dieses Krankheitsbild zu einer medizinischen und sozialen Herausforderung.

  • Es besteht bei Rückenbeschwerden eine hohe Rückfallgefahr, wobei sich die körperlichen Beschwerden mit jeder neuen Krankheitsperiode verschlimmern können.
  • Zweitens entstehen durch eine kleine Patientengruppe (ca.10% der Betroffenen), bei denen die Schmerzen länger als 2-3 Monate andauern, mehr als 80% der durch das Gesamt-Krankheitsbild anfallenden Kosten.
  • Nur 40% der Patienten, die länger als 6 Monate krankgeschrieben sind, kehren überhaupt wieder in den Arbeitsprozess zurück, womit Rückenschmerzen bei den unter 45-jährigen in Deutschland die häufigste Ursache für vorzeitige Invalidität darstellen.

Diese Patienten unterziehen sich im Laufe der Erkrankung einer Vielzahl konservativer und operativer Behandlungen, wechseln oft die behandelnden Ärzte und beanspruchen das Gesundheitswesen in großem Ausmaß. Damit ist der chronische Rückenschmerz zurzeit vermutlich die teuerste Zivilisationskrankheit.

Nur wenn es gelingt, das gesundheitspolitische und medizinisch-therapeutische Problem „Rückenschmerz" als komplexe bio-psycho-soziale Herausforderung zu begreifen und deshalb auch multimodale interdisziplinäre Behandlungsansätze frühzeitig zu integrieren, sind effektive und langfristige Behandlungserfolge möglich.

Deshalb haben die Techniker Krankenkasse und die HEK mit der IMC GmbH als Managementgesellschaft schon 2005 im Rahmen der integrierten Versorgung nach §140 SGB V in Kooperation mit der „Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin“ ein „integriertes Versorgungskonzept bei akuten und chronischen Rückenschmerzen“ abgeschlossen, das seitdem sehr erfolgreich läuft. Es überzeugte auf Grund seiner therapeutischen Ergebnisse bei gleichzeitiger Kostenreduzierung zahlreiche weitere Kassen, die sehr bald auch eigene Verträge mit der IMC abgeschlossen.

Das Konzept

Das integrierte Versorgungskonzept Rückenschmerz (IVR; IVS-R) der IMC realisiert eine Vernetzung hausärztlicher-, fachärztlicher-, schmerztherapeutischer-, psycho- und physiotherapeutischer Versorgung von Patienten mit akuten und chronischen Rückenschmerzen. Darüber hinaus sind hier die Krankenkassen mit in die Therapiesteuerung integriert, da sie die Leistungen auch ihren Mitgliedern anbieten können, die in der krankenkassenseitigen Dokumentation nach definierten Kriterien als besondere Risikopatienten identifiziert werden.





Nach einem abgestuften Algorithmus werden auf den Interventionsebenen Diagnose- und zeitbezogen Patienten auf den einzelnen Ebenen zeitnah diagnostisch und medizinisch nach abgestuften multimodalen und  interdisziplinären Vorgaben identifiziert und behandelt.
Verantwortlich für die regionale Umsetzung des IVR / IVS-R sind Schmerztherapeuten mit der Qualifikation nach den fachlichen Anforderungen der beiden Schmerzfachgesellschaften „Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin" (DGS) oder der „Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes" (DGSS) sowie eine für dieses Konzept erforderliche Infrastruktur im Sinne einer schmerztherapeutischen Schwerpunkteinrichtung verfügen oder diese in kurzer Zeit aufbauen können.

Einzelheiten zu Algesiologischen Definitionen und Standards finden Sie hier zum Download: Algesiologische Qualifikation und Standards.

Die IMC GmbH übernimmt die überregionalen administrativen Aufgaben. Diese beinhalten die Vertragsvereinbarung mit qualifizierten Leistungserbringern, das permanente Controlling der Leistungserbringung, die elektronische Erfassung der anonymisierten Dokumentation, den wöchentlichen Leistungsvergleich der teilnehmenden Zentren sowie die sich daraus abgeleitete Honorierung der erbrachten Leistungen. Eine ständige Serviceline für Leistungserbringer und Kassen, Schulungen der Fallmanager der Krankenkassen, Organisation eines zweimal jährlichen Erfahrungsaustausches der teilnehmenden Zentren sowie die permanente Weiterentwicklung der Dokumentations- und Vertragsangebote gehören zu den weiteren Aufgaben der IMC.


Die Zuweisung des Patienten erfolgt derzeit ausschließlich durch die Krankenkassen.
Entsprechend geschulte Fallmanager leiten Versicherte mit den bestimmten Risikofaktoren zu den regionalen IMC-Vertragspartnern, damit sie dort zeitnah und zielgerichtet eine koordinierte Versorgung in einer schmerztherapeutischen Schwerpunkteinrichtung erhalten. Besonders hervorzuheben ist hierbei, dass zur Verbesserung der medizinischen Versorgung erstmalig auch die Krankenkassen mit in die Therapieplanung eingebunden werden, ganz bewusst erhalten sie die Funktion der Zuweisung der Patienten in das Integrierte Versorgungskonzept Rückenschmerz.

Für die Krankenkassen hat dieses Konzept zwei unschlagbare Vorteile: Indem sie die Zuweisung der Patienten selbst steuern, haben sie die Kontrolle über die Fallzahlen und damit Kostensicherheit, des Weiteren präsentieren sie sich ihren Mitgliedern mit Recht als Anbieter intelligenter und zukunftsweisender Versorgungskonzepte. Der Patient erkennt unmittelbar das besondere Leistungsangebot seiner Krankenkasse.

Das organisatorische Controlling wird durch die IMC sichergestellt, zur externen Qualitätskontrolle ist das Institut für Qualitätssicherung in Schmerztherapie und Palliativmedizin e.V. (IQUISP) mit der Evaluation der Therapieabläufe und Therapieergebnisse beauftragt. Außerdem werden in den beteiligten regionalen schmerztherapeutischen Zentren Qualitätsmanagementkontrollen nach den Definitionen und Standards der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin durchgeführt.

Die Dokumentation des Therapieverlaufs und der Ergebnisse erfolgt ausschließlich durch den Patienten. Alle Dokumentationsunterlagen werden von der Schmerzfachgesellschaft DGS für die Erfassung des ärztlichen Behandlungsverlaufs empfohlen.

Wöchentlich werden die Behandlungsergebnisse jedes Zentrums erfasst und als Leistungsvergleich den Zentren zugestellt.
Jedes Zentrum kann seine Ergebnisse mit den anderen Zentren und insgesamt vergleichen - ein Leistungsvergleich aufgrund von durch Patienten dokumentierter Daten. Mit diesem Benchmarking zwischen einzelnen Zentren setzt die IMC mit ihren integrierten Versorgungsverträgen neue Maßstäbe.





Die Behandlungsergebnisse gemäß den IMC-Verträgen und den Leistungsvergleich erhalten die teilnehmenden Zentren wöchentlich.



50,4% der teilnehmenden Patienten waren nach 4 Wochen wieder arbeitsfähig,

84,8% der teilnehmenden Patienten waren nach maximal 8 Wochen wieder arbeitsfähig,

84,7% erkrankten innerhalb von 6 Monaten( Nachevaluation) nicht wieder an Rückenschmerzen

ca. 50% Reduzierung der AU-Zeiten im Vergleich zur Regelversorgung